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über geweihmöbel
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die ersten geweihmöbel
unter geweihmöbel versteht man möbel die entweder komplett aus abwurfstangen von cerviden gefertigt sind oder
möbel, die durch das applizieren von geweihstücken oder durch das furnieren mit geweihscheiben ein jagdliches
design erhalten. häufig werden an geweihmöbel geschnitzte hornrosen, wildschweinhauer und gamsgehörne als
dekorationselemente appliziert.
die geschichte der geweihmöbel
zu beginn des 19. jahrhunderts wurden geweihmöbel nahezu ausschließlich für adlige kunden auf bestellung
angefertigt. diese schmückten damit ihre jagdschlösser und landsitze. die ersten nachweisbaren geweihmöbel
entstanden im jahr 1825, hergestellt für ein jagdschloss des grafen wilhelm zu nassau bei wiesbaden.
andere berühmte sammlungen früher geweihmöbel waren z. b. das jagdzimmer im landsitz des brandhof des
erzherzog johann von österreich oder die geweihsammlung des grafen arco in seinem stadtpalais in münchen.
historische bilder von jagdeinrichtungen:
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das bürgertum und geweihmöbel
erst der fall des jagdprivilegs ende des 18. jahrhunderts ermöglichte dem gemeinem bürger selbst zu jagen und
in den besitz von jagdlichen naturalien wie z. b. abwurfstangen von hirschen- oder rehgen zu kommen.
es dauerte jedoch bis mitte des 19. jahrhunders bis geweihmöbel populärer wurden und ihren weg in die
bürgerlichen haushalte fanden. geweihmöbel waren eine der großen neuheiten auf der großen weltausstellung
in london 1851. vor allem der elfenbeinschnitzer und geweihmöbelhersteller h. f. c. rampendahl feierte große
erfolge mit seinen exponaten auf diversen weltausstellungen. die große nachfrage führte dazu, dass in der folge
geweihmöbel in serie hergestellt wurden. es gab einige hersteller in deutschland und böhmen, die geweihmöbel
und jagdliche einrichtungsgegenstände fertigten. zu nennen sind:
- h.f.c. rampendahl, hamburg
- p. keutner, regensburg
- vitus madel & sohn, ichenhausen
- kurt schicker, regensburg
- heinrich keitel, wien
- rudolf brix, wien
die liste zeigt einige der wichtigsten hersteller, jedoch bei weitem nicht alle. das sortiment deckte den
kompletten bedarf an einrichtungsgegenständen und viele haushaltswaren ab. in den verkaufskatalogen der
hersteller finden sich geweihmöbel wie gewehrschränke, geweihlampen, geweihrahmen, geweihstühle und
lüsterweibchen, aber auch kleine dekorationsobjekte wie schreibtisch sets, garderoben, bestecke,
rauchutensilien usw. betrachtet man die kataloge, so findet man auch identische artikel bei unterschiedlichen
herstellern. vermutlich wurden von manchen herstellern erzeugnisse anderer unter eigenem namen verkauft.
historische geweihmöbel kataloge:
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das verschwinden der geweihmöbel
ende der 20er jahre des letzten jahrhunderts findet die geweihmöbelproduktion ein plötzliches ende.
keiner der oben genannten hersteller existiert heute noch. aus der zeit nach dem zweiten weltkrieg sind nur
vereinzelte einzelanfertigungen bekannt.
geweihmöbel heute
in den letzten jahren avancierten geweihmöbel in den rang eines aussergewöhnlichen kontrapunktes in modern
eingerichteten haushalten. auch als dekoration von jagdhütten erfreuen sie sich wieder großer beliebtheit.
regelmäßig findet man geweihmöbelexponate in den einschlägigen einrichtungszeitschriften.
es gibt heute auch wieder serienmäßige produktionen von geweihmöbeln, hauptsächlich aus den osteuropäischen
ländern, wie z. b. polen oder tschechische republik. auch in italien, großbritannien und usa gibt es
vereinzelte manufakturen. vor allem werden sitzmöbel, kleinmöbel und lampen hergestellt. die aktuellen
fertigungen erreichen jedoch bei weitem nicht die qualität und ästhetik der historischen exponate.
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geweihmöbel in museen
auch in museen werden vor allem frühe geweihmöbel aus vormals adeligem besitz ausgestellt:
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